Archive for Februar 2012

Yet another reboot

Ich hatte mir das eigentlich ganz anders gedacht: Pünktlich zum 01.01.2012 sollte mein Blog mit einem Jahresrückblick 2011, der gar keiner ist, wieder online gehen. Tage vorher schon vorbereitet, den Artikel bereits angefangen und vordatiert, habe ich es aber dann pünktlich zum Jahreswechsel doch wieder verschlafen. Auch der Plan, den Artikel einfach zurück zu datieren und einige Tage später noch online zu stellen, ist nicht aufgegangen.

Das liegt nur bedingt daran, dass ich zu faul gewesen wäre oder zu wenig Zeit gehabt hätte. Tatsächlich ist mir auch beim tagelangen brüten über dem Artikel klar geworden, dass ich mich 2011 mit dem allgemeinen Tagesgeschehen relativ wenig beschäftigt hatte, und eigentlich über das politische 2011 wenig sagen kann. Ein paar Aufstände hier, ein paar Verstorbene da – irgendwie plätscherte das Jahr so dahin, ohne dass ich viel interessantes mitbekommen hätte. Das bedeutet sicher nicht, dass ich kein Interesse mehr an meiner Umwelt hätte – ganz im Gegenteil. Viel eher ist der Fall, dass ich in den letzten Jahren eine generelle Nachrichtenmüdigkeit entwickelt habe. Die immergleichen Rituale von Politik, Wirtschaft und Medien sind einschläfernd und frustrierend. Es wird an Symptomen herumgedoktert, irgendwo kracht es, alle sind fürchterlich überrascht und schockiert, es folgen mahnende, fordernde und radikale Worte, woraufhin wieder an Symptomen herumgedoktert wird, bis es irgendwo kracht.

So geht das schon, so lange mein politisches Bewusstsein zurückreicht, und irgendwann wird es schlicht uninteressant, sich mit dem Geschehen auseinanderzusetzen. Der von mir hoch geschätzte Herausgeber der von mir hochgeschätzten Monatszeitschrift konkret, Hermann L. Gremliza, schrieb einmal sehr treffend und sinngemäß in seiner Kolumne, dass man vom Leitartikel in der deutschen Presselandschaft nicht mehr im Plural sprechen könne.

Natürlich bedeutet das nicht, dass ich nichts mehr zu sagen hätte. Nicht umsonst bin ich 2011 der DKP beigetreten, einer Partei, der man nur dann beitritt, wenn man eine ziemlich klare Position hat. Allerdings beschränkt sich meine Meinungsäußerung zunehmend auf ein paar wenige herausstechende singuläre Ereignisse, und eben auf grundsätzliche Fragestellungen, deren symptomatischer Ausdruck erstere ja nun einmal so gut wie immer sind.

Kurz zusammen gefasst: Der Reboot meines Weblogs ging also ziemlich in die Hose. Da ich aber wirklich Lust habe, wieder zu bloggen, da ich, wie oben dargelegt, durchaus hier und dort politisch noch einiges zu sagen habe, und da es neben Tages- und Weltpolitik durchaus auch noch andere Dinge gibt, über die zu reden es sich lohnt, wird der Reboot nun mit mehrwöchiger Verspätung trotzdem vollzogen.

Dass nach wie vor Interesse besteht, zeigt mir übrigens auch das Statistik-Plugin, das ich schon Ende 2011 installiert habe, und das neben Seitenbesuchen auch Suchmaschinen-Begriffe auswertet.

Wir lesen uns also! ;-)